Whanganui River
WHANGANUI
Die Maori sagen: „Ko au te awa, ko te awa ko au – Ich bin
der Fluss, der Fluss ist ich." Für sie ist der Whanganui
River heilig, er verkörpert ihre Ahnen. Sie sehen sich
verantwortlich für das Wohlergehen ihres Flusses als
Lebensraum und all seiner Zuflüsse von der Quelle bis
zur Mündung.
In der globalen Bewegung für die Rechte der Natur
haben die indigenen Stammesvölker Neusee-
lands die Rolle der Wegbereiter. In Europa
folgte 2022 die Lagune Mar Menor in Süd-
spanien als erstes Ökosystem, dem der Status
einer juristischen Person zugesprochen
und 2024 vom Verfassungsgericht
bestätigt wurde.
LOISACH
Inzwischen ist im Grenzgebiet von Bayern
und Tirol eine interdisziplinäre, interkulturelle
Initiative entstanden, die für 2026 den Besuch
einer Maori-Delegation im Loisachtal und in Spanien
vorbereitet. Die indigenen Botschafter*innen aus Neu-
seeland wollen mit Flussanwohner*innen in Bayern
und Spanien Beziehungen aufbauen, aus denen ein
ständig wachsendes Geflecht von Verbindungen
zwischen Flüssen und Flussbewohner*innen ent-
stehen kann. Die Rückgewinnung einer verlorenen
Beziehung zur Mitwelt wird im Zentrum der
Gespräche stehen. Die Begegnungen werden
künstlerischer, spiritueller und juristischer
Natur sein.
ULLA
Die Idee der Flussbündnisse bahnt sich
bereits ihren Weg. Aus Galicien in Nord-
spanien hat sich die Ulla gemeldet,
ein Fluss, der durch eine gigantische
Zellulosefabrik gefährdet ist. Die
bildende Künstlerin Stefanie Zoche
aus München ist Fürsprecherin
der Ulla in Zusammenarbeit mit der
Künstlerresidenz Do Picho in Palas
de Rei und Aktivist*innen vor Ort.
TERMINE UND AKTIVITÄTEN
22. Juni 2026, 19 Uhr
„Te Awa Tupua & Co – Rechte der Natur in Aotearoa, Neuseeland"
Eine Veranstaltung vom Münchner Forum Nachhaltigkeit.
Vortrag von Dr. Katharina Bader-Plabst, LL.M. (Auckland) im münchner zukunftssalon, Goethestr. 28, 80336 München oder Online-Livestream via Zoom.
Dr. Katharina Bader-Plabst hat 2017/18 in Auckland/Neuseeland ihren Masterstudiengang in Umweltrecht absolviert und wurde 2023 mit einer Arbeit über »Natur als Rechtssubjekt – die neuseeländische Rechtssetzung als Vorbild für Deutschland« promoviert. Sie arbeitet als Anwältin und ist Lehrbeauftragte an der Hochschule Deggendorf.
Im Anschluss an den Vortrag stellt sich das Loisachbündnis vor.
Anmeldung:
oekom-verein.de ↗
11., 16. und 30. Juli 2026, 21 Uhr – Isarauen München
„Flussabwärts denken" – drei interdisziplinäre Performances
FLUSSABWÄRTS DENKEN findet an drei Abenden in den Isarauen in München statt, betitelt QUELLE, UFER, MÜNDUNG. Auf dem „Videomobil", einem umgebauten Autoanhänger, werden Filme von Stefanie Zoche gezeigt. Eingeladene Gäste aus Literatur, Wissenschaft und Recht werden in performativen Collagen „flussabwärts denken": Sie hinterfragen die Konsequenzen unseres Handelns auf Flüsse. Früher haben Flüsse uns versorgt und entsorgt. Sie waren die Adern der Landschaften und Gedärme der Siedlungen. Sie haben uns selbstlos gedient, doch dann kam eine Epoche, da man sie zum Dienen gezwungen hat – ein Ende dieser Epoche ist noch lange nicht in Sicht.
Konzept: Stefanie Zoche und Claus Biegert, Musik: Sebi Tramontana und Evi Keglmaier.
Die drei Standorte befinden sich auf der östlichen Seite der Isar:
11. Juli 2026, 21 Uhr: Ilija Trojanow und Kathrin Hartmann, Rotsteinufer (nordöstlich des Flauchers)
16. Juli 2026, 21 Uhr: Anita Idel und Torsten Schäfer (südlich der Braunauer Eisenbahnbrücke)
30. Juli 2026, 21 Uhr: Gert Heidenreich und Jenny Garcia Ruales (nördlich der Wittelsbacher Brücke)
Bei Regen findet es unter der Wittelsbacher Brücke statt.
Tagesaktuelle Information:
publicartmuenchen.de ↗
14. Juli 2026, 12 Uhr – Amerikahaus München
Filmpräsentation „Rights of Nature – A Global Movement"
Film von Maria Valeria Berros, Hal Crimmel, Isaac Goeckeritz.
Eine Veranstaltung des Rachel Carson Centers, LMU, München und Speak4Nature.
Karolinenplatz 3, 80333 München.
Im Anschluss stellt sich das Loisachbündnis vor.
Die Veranstaltung ist auf Englisch.
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